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Changgyeonggung (Palast / Palace) Seoul

 

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Nur ein Fünftel seiner Gebäude sind noch erhalten, und an Gröβe und Pracht steht er klar im Schatten des Gyeongbokgung sowie des benachbarten Changdeokgung.

Changgyeonggung MapDennoch bietet der Changgyeonggung Palast einige architektonische Besonderheiten, interessante Geschichten, eine weitläufige Parkanlage mit See sowie eine altes viktorianisches Gewächshaus aus dem Jahre 1909.

Zu den genannten Besonderheiten zählen einige der ältesten Palastgebäude in Seoul. Auβergewöhnlich ist dabei die Ausrichtung des Hauptgebäudes nach Osten, während bei allen anderen Palästen eine Südausrichtung bevorzugt wurde. Die Tatsache, dass man dieses bereits nach dem Passieren von nur zwei Toren erreichen konnte (normalerweise drei, was besseren Schutz vor Attentätern bieten sollte), ist wohl darin begründet, das der Changgyeonggung immer als nur Zweitwohnsitz diente und die meiste Zeit lediglich von nahen Verwandten des Königs bewohnt worden war.

Wie bei allen Palästen in Seoul ist die Geschichte des Changgyeonggung geprägt von Zerstörung und wiederholtem Wiederaufbau, sie erzählt aber auch von einer der gröβten Demütigungen durch die japanischen Besatzer im 20. Jahrhundert.

1419 – Errichtet vom groβen König Sejong für seinen Vater Taejong

1483 – Vergröβert für die Ehefrauen seiner Vorgänger und in Changgyeonggung umbenannt durch König Seongjong

1589 – Zerstört von japanischen Invasoren während des Imjin Krieges

1616 – Wiederaufbau

1624 – Teilweise zerstört während der Injo Revolution des Yi Gwal und relativ schnell wiedererrichtet

1830 – Groβteils zerstört durch Feuer und bis 1833 erneut aufgebaut

1910-1945 – “Umfunktioniert” zu einen Zoo mit botanischen Garten und Museum durch die japanischen Besatzer

1983 – Restauration von Teilen des Palastes nach der Verlegung des Zoos

Dabei ist erstaunlich, dass der Zoo erst 38 Jahre nach der Niederlage Japans entgültig entfernt worden war. Für diese Verzögerung sorgten neben dem folgenden Koreakrieg wohl vor allem Besatzungsprofiteure, die auch später weiterhin wichtige Ämter bekleideten.

Die gute Überschaubarkeit der Palastanlage erlaubt nun die Besichtigung aller verbliebenen Gebäude ohne groβe Hast.

Man betritt den Palast durch das 1616 wiedererichtete zweistöckige  Haupttor ‘Honghwamun‘.

HonghwamunHonghwamun

Erbaut:               1484

Zerstört:             1592 (Imjin-Krieg),

Wiedererrichtet: 1616

 

Danach steht man bereits vor dem ältesten und bedeutensten Bauwerk des Palastes, der Steinbrücke ‘Okcheongyo‘, die im Original aus dem 15 Jahrhundert überdauert hat. Von dort starten übrigens auch die kostenlosen Palastführungen.

OkcheongyoOkcheongyo

Erbaut:               1484 (Originalbauwerk)

Schlieβlich passiert man das zweite Tor ‘Myeongjeongmun‘ und überblickt den weitläufigen Hof vor dem Palasthauptgebäude ‘Myeongjeongjeon’.

Steintafeln markieren die Stellen, an denen hochrangige Beamte während den Zeremonien standen.

MyeongjeongmunMyeongjeongmun

Erbaut:               1484

Zerstört:             1589 (Imjin-Krieg)

Wiedererrichtet: 1616

 

Im ‘Myeongjeongjeon‘ fanden Sitzungen mit Beamten und Bankette statt, 1544 wurde hier König Unjong gekrönt (enthroned). Heute ist es das älteste Palasthauptgebäude in Seoul.

Erbaut:               1484

Zerstört:             1589 (Imjin-Krieg) und nach 1930 (Japanische Besatzung)

Wiedererrichtet: 1616, 1986

 

Links daneben steht, allerdings südlich ausgerichtet, das ‘Munjeongjeon‘, in dem der König ebenfalls Staatsgeschäfte abwickelte oder königliche Gedenktafeln nach Beerdigungen aufbewahrt wurden.

MunjeongjeonMunjeongjeon

Erbaut:               1484

Zerstört:             1589 (Imjin-Krieg) und nach 1930 (Japanische Besatzung)

Wiedererrichtet: 1616, 1986

Auf dem Hof vor dem Gebäude soll es 1762 zur Verurteilung und Hinrichtung des Kronprinzen Jangheon durch seinen Vater König Yeongjo gekommen sein, der ihn wegen einer Geisteskrankheit und daraus resultierender Eskapaden in eine Reiskiste sperren und verdursten lieβ. Zwar bereute Yeongjo sein Urteil später und gab ihm posthum den Titel Sado (‘in Trauer denken’), allerdings wurde Jangheon erst später durch seinen Sohn, den späteren König Jeongjo, mit dem Bau der Hwaseung Festung als Schutz für das Grab rehabilitiert und geehrt.

 

Der Rundgang führt weiter durch das hinter dem ‘Myeongjeongjeon’ befindliche ‘Binyangmun’ Tor, von wo aus man sich rechts hält und schliesslich das ‘Haminjong‘ erreicht. In diesem Pavillion hielt der Konig ebenfalls Treffen mit seinen Beamten ab oder oder veranstaltete Bankette.

HaminjeongHaminjeong

Erbaut:               1633

Zerstört:             1830 (Feuer)

Wiedererrichtet: 1833

 

Flankiert wird dieser vom ‘Gyeonchunjeon‘ und dem ‘Hwangyeongjeon‘.

Gyeongchunjeon (left) & Hwangyeongjeon (right)Gyeongchunjeon (left) & Hwangyeongjeon (right)

Erbaut:               1483

Zerstört:             1592 (Imjin-Krieg), 1830 (Feuer)

Wiedererrichtet: 1616, 1625, 1834

Im ‘Gyeonchunjeon’ wurde König Jeongjo (22. Monarch der Dynastie), der später die Hwaseung Festung und den Hwaseung Haenggung in Suwon errichten lieβ sowie König Heonjong (24.) geboren. Die Kalligraphie auf dem Schild über Eingang stammt von König Sunjo (23.).

GyeongchunjeonGyeongchunjeon

Im ‘Hwangyeongjeon’ übernachtete die königliche Familie während ihrer Besuche im Changgyeonggung.

HwangyeongjeonHwangyeongjeon

 

Etwas weiter nördlich stehen zwei weitere bedeutende Gebäude:

Tongmyeongjeon (back) & Yanghwadang (front)Tongmyeongjeon (back) & Yanghwadang (front)

Erbaut:               1484

Zerstört:             1592 (Imjin-Krieg), 1624 (Injo Revolution), 1830

Wiedererrichtet: 1616, 1625, 1834

Sowohl das ‘Yanghwadang‘ als auch das ‘Tongmyeongjeon‘ diente den königlichen Bewohnern des Palastes als Wohnbereich.

Vor dem ‘Tongmyeongjeon’ soll die ehrgeizige und zuvor vom Range einer Zweitgemahlin zurückgestufte Lieblingskonkubine von König Sukjong (19.), Jang Hui Bin, Puppen und tote Tiere vergraben haben, um die erste Gemahlin des Monarchen mit einem Fluch zu belegen. Als diese 1701 tatsächlich an einer unbekannten Krankheit starb, wurde Jang Hui Bin angeklagt und im gleichen Jahr mit Gift hingerichtet. Da sie aber auch Mutter von mindestens einem der Söhne König Sukjons war, wurde sie posthum mit dem Titel Lady Osan als herausragende Konkubine geehrt. Allerdings erlieβ der König auch ein Dekret, das Konkubinen zukünftig den Aufstieg in den Status einer Gemahlin verwehren sollte. Das Leben von Jang Hui Bin wurde im Drama-begeisterten Korea natürlich bereits mehrfach als TV-Serie verarbeitet.

Es wird angenommen, dass die beiden etwas abseits liegenden Gebäude ‘Yeongchunheon‘ und ‘Jipbokheon‘ von den Konkubinen als Unterkünfte genutzt wurden.

YeongchunheonYeongchunheon

 

Sollte noch Zeit sein, kann man innerhalb von 10 Minuten das alte viktorianische Gewächshaus des ehemaligen botanischen Gartens erreichen. Die gegen Ende der Joseon Dynastie im Jahre 1909 von den Japanern errichtete Konstruktion befindet sich am nördlichen Ende des Parks und ist hier das einzig verbliebene Gebäude, das noch an die Besatzungszeit erinnert.

Der Weg dorthin führt entlang zweier Teiche, dem malerischen ‘Daechundangji‘ und dem kleinen ‘Sochundangji‘.

DaechundangjiDaechundangji

Die Südseite des Parks bietet überwiegend schöne Natur, allerdings mit Ausnahme eines kleinen steinernen Observatoriumsturms keine weiteren Sehenswürdigkeiten. Desweiteren befindet sich dort insgesamt zwei öffentliche Toiletten.

 

Für den Besuch der Palastgebäude sollte man 30 Minuten einplanen, mindestens eine weitere halbe Stunde für den nördlichen Parkbereich inklusive dem Gewächshaus.

An manchen Tagen (siehe Öffnungszeiten weiter unten) ist der Palast auch abends nach Sonnenuntergang geöffnet und man kann die Anlage bei Beleuchtung geniessen. Dabei sollte man allerdings in Kauf nehmen, dass die Besucherzahl noch höher als tagsüber ist.

 

Eintritt & kostenlose Führungen

 

Ticketpreis:                      KRW 1000 (Kinder KRW 500)

Im ‘Integrated Ticket of Palaces’ enthalten.

 

April – Oktober                  09:00 – 18:30Uhr

November & März            09:00 – 17:30Uhr

Dezember – Februar         09:00 – 17:00Uhr

November – Januar         09:00 – 17:30Uhr

  • Montag Ruhetag
  • Letzter Eintritt 1 Stunde vor Schlieβung

 

Changgyeonggung Palast Abend-Öffnungszeiten
21. Oktober – 2.N ovember
19:00-22:00Uhr (Einlass bis 21:00Uhr)

 

Führungen:

Englisch:      11:00 & 16:00Uhr (jeweils 60 Minuten)

 

 

Lage und Anfahrt

 

Der nächstgelegene U-Bahnhof ist Hywhwa, Ausgang 4, dann entsprechend unterer Karte zu Fuβ in 10-15 Minuten bis zum Palasthaupttor.

How to get to ChanggyeonggungEs gibt auch die Möglichkeit, vom Changdeokgung durch ein kleines Zwischentor in den Changgyeonggung zu gelangen. Dort sind ebenfalls KRW 1000 zu bezahlen.