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EASY KOREAN ACADEMY – Level 1: Der erste Schritt ist gemacht / First Step is made

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Der August ist vorbei und das erste Level ist mit Prüfung abgeschlossen. Wie ist der Stand der Dinge?

Lernziele

 

Wie bereits erwähnt lag mein Hauptaugenmerk in Level 1 auf Aussprache, Rechtschreibung und Hörverständnis.

Den gröβten Fortschritt habe ich ich auf jeden Fall in der Rechtschreibung gemacht. Wortschatz und Grammatik waren im Level 1 noch keine groβe Herausforderung, aber dass mir in der Abschluβprüfung kein einziger Rechtschreibfehler unterlief hat, mich schon etwas stolz gemacht. Zumal die Gefahr von Konzentrationsfehlern immer recht hoch ist.

Dieser Erfolg ist natürlich auf die vielen schriftlichen Übungen, Hausaufgaben und Prüfungen im letzten Monat zurückzuführen. Auβerdem schreibe ich die Vokabeln beim wiederholen manchmal auf bzw. prüfe immer deren Schreibweise.

Ich denke, dass meine Aussprache auch etwas besser geworden ist, zumal unsere Lehrerin konsequent darauf achtet, dass wir jedes Wort richtig aussprechen, betonen und – wie von Koreanern üblich – bei bestimmten Silbenkonstellationen die Bajim-Konsonanten sprachlich der Folgesilbe zugeordnet werden. Dies benötigt natürlich noch Zeit und Übung, aber die Fortschritte sind bei jedem hörbar.

Bezüglich Hörverständnis ist es noch zu früh für ein Fazit, da die Lehrerin noch in relativ einfachen Sätzen spricht. Trotzdem muss ich mich jedesmal sehr gut konzentrieren, um alles zu verstehen.

Die Schulklasse

 

Die Klassenzusammensetzung hat sich während des vergangenen Monats wieder einige Male verändert. Gerade im ersten und zweiten Level sind gewisse Fluktuationen normal, da Studenten wohl mit unterschiedlichen Intentionen und Zielen den Sprachkurs beginnen.

Zwei junge Japanerinen sind (allerdings geplant) nach zwei Wochen in ihre Heimat zurückgekehrt. Am folgenden Tag war die Studentenzahl aber wieder auf 9 angewachsen, nachdem drei Japaner aus dem Parallelkurs zu uns gewechselt hatten. Da der Paralellkurs mit Studenten, die ohne Hangulvorkenntnisse gestartet waren, mindestens eine Lektion hinter uns lag, merkte man den Dreien die Wissenslücken an. Aber es gab keine Gnade: die Karawane zog wie geplant weiter und der fehlende Stoff musste so schnell wie möglich zu Hause nachgelernt werden.

Eine Woche später kehrte der junge Hongkong Chinese wohl auf Anraten seiner Eltern wieder nach Hause zurück, nachdem es an der innerkorenischen Grenze einige Propagandagefechte gegeben hatten.

Insgesamt denke ich das 8 – 9 Studenten pro Klasse das Maximum sein sollten, da es sonst schwieriger für die Lehrer wird, Schüler individuell zu verbessern.

Lerninhalte

 

Bis zum Ende des Levels ging es in der “Subnida”-Form weiter. Wir lernen nach der Gegenwart auch die Vergangenheit und schlieβlich die ‘Wollen’ Form, die vorerst als Ersatz für das ‘Futur 1’ dient. Gleichzeitig lernen wir Fragen zu formulieren und ab Kapitel 5 auch die ersten Verben.

Das besitzanzeigende Fürwort sowie Subjekt und Objekt bezeichnende Partikel, aber auch Richtung, Ort sowie Präpositionen bilden weitere Schwerpunkte. Gegen Ende des Levels folgen schlieβlich (innerhalb eines Tages!) die koreanischen und sinokoreanischen Zahlen sowie die Uhrzeit.

Insgesamt ist das Lerntempo beträchtlich, was mit jedem Tag zu einer gröβeren Herausforderung werden wird. Daher ist es wichtig, das Erlernte zu Hause so schnell und oft wie möglich zu verinnerlichen.

Mit der erlernten Grammatik ist es inzwischen möglich, einfache Sätze zu bilden, wobei der Mangel an Wortschatz hier noch keine richtigen ‘Unterhaltungen’ zulässt.

Die dem Lehr- und Arbeitsbuch beiligenden CDs sind zum Verbessern der Aussprache und des Hörverstandnisses sehr hilfreich. Vielen Studenten, die in Korea nur zu Besuch sind, mangelt es jedoch an Abspielmöglichkeiten, sofern sie ihr Notebook nicht bei sich haben.

In der EASY KOREAN ACADEMY liegen diese jedoch auch als MP3 Files auf einem lokalen Laufwerk bereit – ein Transfer der Dateien auf ein IPHONE dürfte aber dann wohl bestenfalls per Email oder Kommunikations-App möglich sein.

Fazit

 

Ich denke, dass es eine sehr groβe Herausforderung darstellt, den Level 1 Kurs ohne Hangulkenntnisse zu beginnen. Das Lesen und richtige Aussprechen braucht seine Zeit – in der EKA gesteht man maximal 2 – 3 Tage zu, dann beginnen sich Wortschatz und Grammatik-Kenntnisse mit jedem Tag zu vergröβern.

Ich bereue meine Entscheidung für diesen Kurs bisher nicht, auch weil ich nicht mehr wie früher von Zweifeln geplagt werde, ob ich richtig oder überhaupt das Richtige lerne. Der Lerndruck ist aufgrund des kompakten Lehrplans, der vielen Hausaufgaben und der fast täglichen Prüfungen sehr hoch und zwingt dadurch den Studenten, sich neben dem 3-stündigen Unterricht mindestens noch einige Stunden mit der koreanischen Sprache zu befassen. Damit ist der Tag inklusive der 3,5 Stunden An- und Rückfahrt schon sehr gut gefüllt. Da der Mittwoch zum Wiederholen des Erlernten gebracht wird, ergibt sich bestenfalls am Wochenende etwas Freizeit.

Allen Mitschülern fällt das das Sprechen erwartungsgemäβ noch sehr schwer, Dialoge sind langsam und meistens mühsam. Dagegen scheinen zumindest einige wenige bereits ein Hörverständnis und eine schnelle Auffassungsgabe entwickelt zu haben, wobei Japaner aufgrund des Einflusses des Chinesischen auf beide Sprachen (vergleichbar mit Lateinisch-Deutsch) hier wohl leichter Zugang finden können als Westeuropäer.

Ich meinerseits versuche im Unterricht so viel wie möglich Koreanisch zu sprechen und dabei immer ganze Sätze zu bilden.

Als Deutscher denke ich aber manchmal nach wie vor etwas zu kompliziert für die koreanische Sprache, die sich in unseren Ohren fast wie eine ‘Kindersprache’ anhört und für deren Verständnis man besser seine gewohnten Satz- und Denkstrukturen ändert.

Dieses Problem ist nicht zu unterschätzen, denn es passiert mir immer mal wieder, dass ich den Sinn bzw. die Aussage eines koreanischen Satzes nicht verstehe, obwohl Grammatik und Wortschatz sämtlich bekannt sind. Umgekehrt würden mich Koreaner teilweise kaum verstehen, würde ich jeden deutschen Satz direkt ins Koreanische übersetzen.

Ich erwarte, dass Level 2 auf jeden Fall anspruchsvoller werden wird und hoffe, dass ich das Tempo trotzdem weiterhin mitgehen kann.

Fortsetzung folgt