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Gapsa (Tempel / Temple) Gongju

 

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Westlich von Daejeon erhebt sich der 845m hohe ‘Gyeryongsan’ Berg inmitten des nach ihm benannten Nationalparks. Das beliebte Naherholungsgebiet bietet seinen Besuchern neben einer schönen Gebirgskette mit Wasserfällen, buddhistischen Relikten und einer Vielzahl an Wanderwegen auch vier Tempel.

Gyeryongsan National ParkGyeryongsan National Park

Zum einen die an der Ostseite des Parks liegenden “Donghaksa” und “Yonghwasa” sowie ‘Gapsa’ und ‘Shinwonsa’ Tempel auf der gegenüber liegenden Seite des ‘Gyeryongsan’.

Der Gapsa Tempel ist nicht nur der älteste Tempel im Nationalpark, sondern auch einer der ältesten in Korea überhaupt.

Gapsa Temple Map (Daejeokjeon not included)Gapsa Temple Map (Daejeokjeon not included)

Erbaut wurde er von einem buddhistischen Priester namens “Ado” zur Zeit der Baekje Regentschaft im Jahr 420 und damit lediglich 40 Jahre nachdem die Verbreitung des Buddhismus in Korea begonnen hatte.

Gapsa Temple - Gate PaintingGapsa Temple – Gate Painting

Spezielles Merkmal von buddhistischen Tempel der Baekje Zeit wie dem ‘Mireuksa’, ‘Jeongnimsa’ oder dem ‘Tempel in Neungsan-ri’ waren neben dem reiβbrettartigen Grundriss vor allem der Standort der “Unterrichtshalle” (‘Lecture Hall’) direkt hinter dem Hauptgebäude.

Beim Gapsa befindet sich die Halle inzwischen aber vor dem Hauptgebäude und wir erfahren, das diese nach ihrer Erbauung im Jahre 1612 ursprünglich als Haupteingang des Tempels diente und erst viel später ihre heutige Funktion erhielt.

Lecture HallLecture Hall

Eine weitere Informationstafel berichtet, das sich die Haupthalle des Tempels früher an der Stelle des heutigen ‘Dejeokjeon’ befunden hatte, einem Schrein, der etwas abseits des Tempelbereichs in südlicher Richtung liegt.

Former Main Hall Location at today's Daejeokjeon ShrineFormer Main Hall Location at today’s Daejeokjeon Shrine
Today's Main HallToday’s Main Hall

Dies deutet bereits die wesentlichen Veränderungen an, denen der Tempel über die Jahrhunderte ausgesetzt war und die wegen der begrenzten Beständigkeit von Holzbauwerken durchaus verständlich sind.

Bereits im Jahre 556, also 4 Jahre vor der Eroberung ‘Baekjes’ durch das ‘Vereinigte Silla-Reich’, wurde der Gapsa Tempel zum erstmals vergröβert. Ein weiterer Umbau erfolgte im Jahre 859 unter der ‘Silla’ Herrschaft.

Nach seiner völligen Zerstörung gegen Ende der japanischen Invasion (1592-1598) wurde der nun ‘Gapsasa’ genannte Tempel im Jahre 1604 relativ schnell wieder aufgebaut und 50 Jahre später schlieβlich auf seine heutige Gröβe und Form ausgedehnt.

Gapsa Temple - Gate to Monk Lodging with FountainGapsa Temple – Gate to Monk Lodging with Fountain

Gerade auf diese Zeit um 1650 wird der einzige hier verwahrte Nationalschatz datiert, bei dem es sich um ein groβes buddhistisches Gemälde handelt, dass bei festlichen Anlässen im Auβenbereich der Haupthalle aufgehängt wurde.

Buddha PaintingBuddha Painting

Desweiteren finden sich vor dem ‘Dejeokjeon’ eine aus der ‘Silla’ Zeit um das 9. Jahrhundert stammende ‘Seungtop’ (Stupa) zum Aufbewahren von Buddhisten Asche,…

StupaStupa

…und 50m treppab ein metallener Flaggenmast aus 24 von ursprünglich 28 zylindrischen Einzelteilen (vier wurden leider im 19. Jahrhundert durch Blitzeinschlag zerstört), dessen Alter zwar nicht angegeben wird, von dem es aber in Korea insgesamt nur noch 3 Exemplare gibt Neben dem Gapsa Tempel in Gongju sind diese noch im ‘Yongdusa’ Tempelbereich (Cheongju) sowie im ‘Chiljangsa’ Tempel (Anseong) erhalten.

Flag PoleFlag Pole

Vor der Unterrichtshalle ist eine Bronze-Glocke von 1584 (Joseon Dynastie) ausgestellt, deren ‘Krone’ aus zwei Drachenfiguren besteht.

Durchaus eine Rarität in Korea ist die in der Unterrichtshalle befindliche ‘ Yunjangdae’, eine Art Bücherschrank, in dem sich ‘heilige’ buddhistische Schriften und Sutras befinden und der um eine sich im Boden (und an der Decke) befestigte Achse gedreht werden kann.

YunjangdaeYunjangdae

Durch das Drehen kann der Buddhist auf ein günstiges Schicksal bzw. Karma hoffen, ohne die Schriften gelesen haben zu müssen. Eine Handlung, die in ähnlicher Form auch in anderen asiatischen Ländern und vor allem in Tibet recht häufig praktiziert wird.

Schönster Bereich des Tempels ist die kleine Grünfläche mit dem Steinbecken im Zentrum zwischen Haupt- und Unterrichtshalle, die im Norden und Süden zusätzlich von den Unterkünften der Mönche umschlossen wird.

Um diesen Gebäudekomplex gruppieren sich neben weiteren Unterkünften ein Glockenpavillion sowie meherere Schreine.

Beopgo (Big Drum of the Bell Pavilion)Beopgo (Big Drum of the Bell Pavilion)

Im Norden sind dies zum einen der ‘Pyochungwon’, in dem sich die Gemälde dreier berühmter Anfüher der Kampfmönche befinden, die während des bereits erwähnten Imjin Krieges (1592-1598) die Japaner bekämpften. Diese Kämpfer wurde unter anderem auch in Festungen wie dem Gongsanseong (Gongju) ausgebildet und stationiert.

Den kleinen Innenhof des Areals teilen sich eine 1973 zu Ehren des Mönch-Generals ‘Yeongkyu’ errichtete Stele sowie der Gemüsegarten der durchaus pragmatisch denkenden Mönche.

Der daneben liegende ‘Palsangcheon’ ist eine Einrichtung, die man in mehreren buddhistischen Tempeln finden kann und welche die acht wichtigsten Stadien aus dem Leben Buddhas in einem Wandgemälde dargestellt.

Diese sind übrigens in vielen Tempel ohne ‘Palsangcheon’ auch häufig auf die Auβenseiten der Tempelhaupthallen gemalt.

Der bereits anfangs erwähnte ‘Dejeokjeon’ in südlicher Richtung wurde 1826 auf den Fundamenten der ehemaligen Haupthalle errichtet und ist den drei Buddhas ‘Sakyamuni’, ‘Amitabha’ und ‘Birojanabul’ gewidmet.

Daejeokjeon (with Stupa in front)Daejeokjeon (with Stupa in front)

Dass sich im Schrein zu der ‘Sakyamuni’ Statue fälschlicherweise aber ein ‘Manjusri’ und ‘Samantabhadra’ Bodhisattva gesellen, würde ohne die Information der Schautafel wohl nur ‘Experten’ auffallen.

Daejeokjeon - Three BuddhasDaejeokjeon – Three Buddhas

Man darf nach Ablegen der Schuhe übrigens jederzeit die Haupthalle des Tempels auch während der Gegenwart von Betenden betreten. Solange man die Bedeutung des Ortes respektiert und sich ruhig verhält, wird niemand den geringsten Anstoβ nehmen.

Der Gapsa Tempel zählt wegen seiner Geschichte und Bedeutung für den koreanischen Buddhismus, aber auch wegen seiner schönen Lage im ‘Gyeryongsan’ Nationalpark zu den bekanntesten Tempeln in Korea, was ihn sicher auch zu einem lohnenden Ziel für Touristen macht. Es sei aber darauf hingewiesen, dass es in Korea durchaus interessantere (z.B. den ‘Haeinsa’) und vor allem atmospahärisch schönere Tempel (‘Seonamsa’) gibt.

Ärgerlich am Gapsa Tempel ist leider die hohe Parkgebühr von KRW 4.000, da die Besichtigung von Sehenwürdigkeiten in Korea eigentlich in den meisten Fällen sehr günstig ist.

Wer in den gegenüberliegenden Restaurants zu Mittag isst, hat meiner Erfahrung nach dort die Möglichkeit zu kostenlosem Parken.

Vom Parkplatz zum Tempelbereich sind es ca. 300m auf gut begehbaren Wegen, der Tempel ist zudem Ausgangspunkt für Wanderungen in den Nationalpark, während der man auf einige kleine Nebentempel des Gapsa (sogenannte ‘Amsa’) sowie auch auf eine Vielzahl von Pagoden oder Buddhafiguren treffen wird.

 

Eintritt & Öffnungszeiten

 

Ticketpreis:                      KRW 2.000 (Jugendliche KRW 700, Kinder KRW 400)

 

Ganzjährig geöffnet:   08:00 – 18:00Uhr

 

Temple Stay

 

Es wird ein zweitägiges Temple-Stay Programm (1 Nacht / 2 Tage) für KRW 40.000 (Jugendliche KRW 30.000 / Kinder KRW 20.000) angeboten:

Tag 1
13:00 – Ankunft
13:00 – 14:00 / Spätes Mittagessen
14:00 – 15:00 / Check-in
15:00 – 16:00 / Anmeldung
16:00 – 16:30 / Einführung in das Temple Leben
16:30 – 17:30 / Begrüβung
17:30 – 18:30 / Abendessen
18:30 – 19:00 / Abendandacht
19:00 – 20:00 / Ruhezeit
20:00 – 21:00 / Kultur Program (Einführung in ‘Barugongyang’ – Mönchsmahlzeit)
22:00 – / Schlafenszeit

Tag 2
03:00 – 04:00 / Frühmorgen-Andacht
04:00 – 05:00 / Zen-Meditation
05:00 – 06:00 / ‘Barugongyang’ Mahlzeit
06:00 – 07:00 / Baden im Wald
07:00 – 08:00 / ‘Ullyeok’ (Putzen der Räumlichkeiten)
08:00 – 11:30 / Freizeit
11:30 – / Mittagessen
12:00 – / Ruhezeit
13:00 – / Abreise

 

Lage und Anfahrt

 

Von Seoul aus empfielt sich trotz hoher Parkgebühren die Anreise mit dem Auto, da hier keine direkte Busverbindung zum Gapsa Tempel besteht. Die günstigste Route schlieβt ein Umsteigen in Gongju (Express Bus Seoul – Gongju) ein, über Daejon dauert es garantiert länger.

Gongju – Gapsa Tempel (Dauer 30min) ab Gongju Bus Terminal mit Linie #2

Daejeon (Yuseong) – Gapsa Tempel (Dauer 50min) mit der Linie #340 (oder #2 ?) ab Chungnam University Bus Stop oder Yuseong Spa Station (bei Ausgang 6).

Parkplätze sind ausreichend vorhanden (einmalige Gebühr von KRW 4.000 für PKWs).