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Gungnamji (Teich / Pond) Buyeo

 

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Buyeo, im 6. und 7. Jahrhundert unter dem Namen ‘Sabi’ Hauptstadt des Baekje Königreichs, hat trotz seiner heutigen Provinzialität eine bewegte Geschichte, auf die man dort immer noch sehr stolz ist. Der Name Baekje ist hier im Stadtbild gegenwärtig wie eh und jeh. Auch die ehemals bedeutenden Stätten wie das ‘Busosanseong’, die ‘Königsgräber in Neungsan-ri’ und die Tempelfundamente des ‘Jeongnimsa’ mit seiner berühmten Steinpagode werden für Besucher bewahrt und liebevoll gepflegt. Archäologische Schätze dieser langen Geschichte findet man im ‘Buyeo National Museum’ ihrer Bedeutung angemessen präsentiert.

Unter allen interessanten Orten in Buyeo wird aber wohl ein im Süden der Stadt liegender ‘Wasser-Garten’ einen besondern Platz in der Erinnerung der Besucher einnehmen.

Gungnamji & Seodong Park (Google Maps)Gungnamji & Seodong Park (Google Maps)

Dieser älteste, künstlich geschaffene Garten Koreas mit seinem zentralen ‘Gungnamji’ Teich, inzwischen Teil des ‘Seodong’ Parks und seiner 68 Skulturen berühmter koreanischer Bildhauer, ist natürlich ebenfalls eine Sehenswürdigkeit historischen Ranges.

Gungnamji Pond  & PavilionGungnamji Pond & Pavilion

Wer aber vor allem im Frühling und Sommer den Teich im Zentrum des Parks umrundet bzw sich im Schatten des kleinen Pavillions auf der Insel in der Seemitte erholt oder über die vielen kleinen Dämme und Stege spaziert,…

….denkt weniger an seine geschichtliche Bedeutung, sondern erfreut sich vielmehr an den tausenden von Lotospflanzen, an den Weiden, die den Teich im Zentrum des Gartens umschlieβen und an der reichhaltigen Pflanzen- und Tierwelt.

Geschichte und Legenden

 

Der ‘Gungnamji’ Teich, dessen Name übersetzt “Teich im Süden des Palastes” lautet, findet bereits Erwähnung im ‘Samguksagi’, der Geschichte der drei Königreiche (Goryeo, Baekje und Silla). Dort wird erzählt, dass der Baekje König Mu (600–641) diesen Teich im Jahre 634 anlegen und ihn durch einen 7,8 km langen Kanal mit Wasser versorgen lieβ. Demnach wurden Weiden um den Teich herum angepflanzt und in dessen Mitte eine künstliche Insel angelegt, welche entsprechend einer chinesischen Legende die Form dreier Hügel hatte und den Berg ‘Bangjangseonsan’ symbolisierte.

Weder die Insel noch der besagte Kanal sind heute erhalten, ebensowenig ist bekannt, welche Gröβe der Teich damals wirklich hatte. Aber man weiβ von ausgegrabenen Fundstücken, dass er mit Booten befahren wurde.

Boat Model at Gungnamji Pond Boat Model at Gungnamji Pond

Die gesamte Gartenanlage soll zu Baekje Zeiten etwa die dreifache Gröβe gehabt haben und Teil eines Nebenpalastes gewesen sein.

Auf einer Schautafel am See wird aber noch auf einen romantischen Aspekt der Gartengeschichte hingewiesen, der besagt, König Mu habe den Garten aus Liebe zu seiner Gemahlin anlegen lassen. Um deren Beziehung rankt sich eine Legende, die vor einigen Jahren von einem TV Sender dankbar als Thema für eine historischen Dramaserie aufgegriffen wurde.

Kurz zusammengefasst soll demnach König Mu nicht im Palast, sondern unter dem Namen ‘Seodong’ in der Nähe dieses Teiches aufgewachsen sein, Denn dorthin war seine Mutter gezogen, nachdem sie vermutlich ein Verhältnis mit König ‘Wideok’ oder einem Prinzen hatte. Unter relativ ärmlichen Umständen zum Mann gereift, wollte es das Schicksal, das der herrschende König ihn beauftrage, als Händler verkleidet die Stadt ‘Seorabeol’, Haupstadt des Königreiches Silla, auszuspionieren.

Diesen Auftrag führte er aus, verliebte sich dabei aber und begann eine Affäre mit einer der Silla Prinzessinen, genannt ‘Seonwha’. Aufgrund der Klassenunterschiede beider Liebenden stand die Verbindung unter keinem guten Stern, also verkündeten sie ihre Liebe in einem selbstverfassten Lied und verbreiteten es unter dem Volk. Nachdem die Prinzessin daraufhin verbannt worden war, brachte ‘Seodong’ sie ins Königreich Baekje, wo er sie heiratete und später zum König wurde.

Und sie lebten glücklich….

Soweit die Legende. Geschichtlich belegt ist dagegen, dass König Mu später auch Kriege gegen seine Nachbarn Silla und Goryeo führte, wobei die mit ihm verbündete chinesische ‘Sui-Dynastie’ 618 von der ‘Tang-Dynastie’ abgelöst wurde und Baekje somit diplomatisch und militärisch immer mehr unter Druck geriet. Dennoch investierte der König weiterhin verstärkt in nicht-militärische Bauprojekte, was sich 40 Jahre später, als ‘Sabi’ und das Königreich schlieβlich von SIlla und seinen Tang-Verbündeten erorbert wurde, bitter rächen sollte.

So lieβ König Mu z.B. nebem dem Ausbau des ‘Gungnamji’ Teich auch den Palast renovieren sowie den ‘Mireuksa’ Tempel erbauen. Zudem schickte er einen gelehrten Mönch nach Japan, um dort den Buddhismus verbreiten zu lassen.

 

Der Besucher des ‘Gungnamji’ wird für den Moment lieber an die Liebesgeschichte denken. Er sollte sich Zeit nehmen, den Garten zu erkunden und in einem der verstreuten Pavillions die besondere Atmosphäre der Umgebung genieβen.

Denn der ‘Gungnamji’ ist ein Juwel unter den Gärten Koreas – ohne Zweifel!

 

Eintritt & Öffnungszeiten

 

Ganzjährig geöffnet bei freiem Eintritt.

Parkplätze ausreichend vorhanden.

 

Lage und Anfahrt

 

Gungnamji - Location and ArrivalVom Dong Seoul Bus Terminal aus mit dem Expressbus zum Buyeo Express Bus Terminal fahren, von dort aus dauert es ca. 15…20 Minuten zu Fuβ bis zum Teich, oder 5 Minuten mit dem Taxi.