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Hwaseong Haenggung (Palast / Palace) Suwon

 


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Der Hwaseong Haenggung befindet sich am östlichen Fuβ des Berges Paldalsan mitten in der alten Innenstadt von Suwon.

Hwaseong HaenggungHwaseong Haenggung

‘Haenggung’ sind Paläste, die von Königen als temporäre Unterkunft während einer Reise, im Krieg oder bei Besuchen örtlicher Lokalitäten wie Gräber genutzt werden. Solche Haenggungs gab es in mehreren Städten zwischen Seoul und Suwon oder an besonderen Plätzen wie zum Beispiel an heiβen Quellen.

König Jeongjo (1752 – 1800) lieβ einige solcher Haenggungs, wobei der Hwaseong Haenggung hier aufgrund seiner Gröβe und Pracht herausragte. Dieser Palast war für die wohl insgesamt 13 Besuche  des väterlichen Grabes sowie für besondere Veranstaltungen wie Bankette bestimmt, was vor allem auch der Rehabilitation seiner Eltern dienen sollte. Nachfolgende Könige hielten sich hier später ebenfalls mit Vorliebe auf.

Die Palastanlage entstand eigentlich aus der schrittweisen Erweiterung des existierenden Verwaltungsgebäudes der Hwaseong Festung, daher verwundert es nicht, das hier in Abwesenheit des Königs auch der Gouverneur der Stadt residierte. Die Umbauarbeiten waren im Jahr 1796 abgeschlossen, und der Palast zählte in seiner gröβten Ausdehnung 576 Räume.

Seine Besichtigung ist als Ergänzung des Festungsrundgangs (Hwaseoung Festung) sicherlich empfehlenswert. Wer bereits die groβen Paläste in Seoul besucht hat, darf hier allerdings nicht allzu viel Neues erwarten.

Es handelt sich beim Hwaseong Haenggung auch um eine fast 100%-ige Nachbildung des Originals, das während der japanischen Besatzung um 1910 zerstört worden war.

Dennoch sollte man sich die Palastanlage nicht entgehen lassen. Abgesehen von vereinzelt gröβeren Reisegruppen ist der Haenggung unter Woche von nicht allzu vielen Besuchern frequentiert und man kann sich alles in Ruhe ansehen bzw. photographieren.

Hin und wieder nutzen auch einige Fernsehsender den Palast gerne als Kulisse für die in Korea sehr populären historischen Dramaserien.

Sinpungnu - Main GateSinpungnu – Main Gate

Nach dem Passieren des Eingangtores Sinpungnu überquert man zuerst zwei weitläufige Vorhöfe, bevor man das Jungyangmun durchschreitet und über einen weiteren Hof auf das Hauptgebäude des Palastes, den Bongsudang, blickt.

Bongsudang - Main BuildingBongsudang – Main Building

Seitlich bzw.dahinter befand sich der Privatbereich des Königs mit dem Gyeongnyonggwan.

GyeongnyonggwanGyeongnyonggwan

Weitere kleinere Innenhöfe mit administrativen und repräsentativen Gebäuden reihen sich entlang der Südseite (links) des Palastes.

Einige Räume im Bongsudang und in angrenzenden Gebäuden sind im Stil der damaligen Zeit hergerichtet und teils mit Figuren bestückt, welche die Königsfamilie, Hofdamen oder Beamte bei Zeremonen bzw. der Arbeit zeigen und damit einen interessanten Blick in das Leben bei Hofe.

Geht man vom Hauptgebäude in nördliche Richtung (rechts) durch das kleine Tor vorbei am Naknamheon (dem einzig original erhaltenen Gebäude des Palastes), erreicht man nach ca. 100m den Hwaryeongjeon Schrein, der vor einigen Jahren frei zugänglich war, inzwischen aber dem kostenpflichtigen Palastgelände einverleibt und nur von dort aus zu erreichen ist.

Da der Schrein etwas abseits des Palastes liegt und der ‘Palastkarten-Flyer’ den ihn wohl nicht eindeutig als Teil der Anlage erscheinen läβt, verirrt sich nur ein Teil der Besucher dorthin.

Hwaryeongjeon ist dem Erbauer der Hwaseong Festung und des Hwaseong Hanggung, König Jeongjo, gewidmet und wurde 1801 nach dessen Tod errichtet. Der Schrein enthält jedoch nicht wie üblich eine Gedenktafel (die sich im Jongmyo Schrein in Seoul befindet), sondern ein Gemälde des Königs.

Direkt hinter dem Palast geht es durch eine Parkanlage den Paldalsan Berg hinauf, allerdings ist diese mit einer Mauer vom öffentlichen Bereich abgetrennt. Dort wurde eine Art Signalgebäude (Naeposa) sowie ein Pavillion (Mirohanjeong) errichten, von dem aus man einen guten Blick auf die Palastanlage hat.

Auβerdem sind im Bereich zwischen dem Palast und genanntem Park an der Rückwand der Gebäude Kopien von Festzug-Protokollen, Gemälden  der damaligen Zeit sowie von architektonischen Dokumentationen der Festungsanlage ausgestellt.

Ein weiteres Highlight ist ein 650Jahre alter Baum, an dem man Zettel befestigen kann, auf die zuvor die eigenen Wünsche notiert werden.

650 Years old Tree650 Years old Tree

Für die Besichtigung des gesamten Palastes inlusive Schrein und Park sollte man 60 – 90 Minuten einplanen.

 

Wichtigste Aufführungen und Veranstaltungen

 

24 Kampfkunst-Übungen (traditionelle Kampfkunst aus der Jeoseon Zeit sowie aus China und Japan)

Täglich um 11:00 Uhr und um 15:00 Uhr auβer Montags am Palasthaupttor Sinpungnu

 

Nalkseonyeon (unter anderem traditionelle Tänze)

März bis November an Samstagen um 14:00 Uhr am Palasthaupttor Sinpungnu

 

Jang Yong Yeong Zeremonie der Wachen (Übungen der Wachsoldaten)

März bis November an Sonntagen um 14:00 Uhr am Palasthaupttor Sinpungnu

 

Weitere regelmäβige Aufführungen ( Straβenkunst, traditionelle Aufführungen,… von lokalen bürgelichen Kulturvereinen)

April bis Dezember von Dienstags bis Freitags jeweils um 15:00 Uhr am Platz vor dem Palast

 

Für ein Entgelt (ab KRW 2.000) kann man auch an einem oder mehreren der 10 Workshops teilnehmen, welche die Möglichkeit bieten, alte Kostüme anzuziehen, Keramiken herzustellen, Fächer zu bemalen, usw ….

März bis Oktober an Wochenenden und Feiertagen von 10:00 – 17:00 Uhr.

 

Weitere Informationen

 

Öffnungszeiten:   März – Oktober            09:00 – 18:00 Uhr

                            November – Februar   09:00 – 17:00 Uhr

Eintritt:                Erwachsene KRW 1.500

                           – Preisnachlass für Kinder, Jugendliche

                             und Gruppen = 20+ Personen

                           – Freier Eintritt für Kinder unter 6 Jahren, Senioren (65+)

                             u. Behinderte

Anreise von Seoul:

Mit dem roten 3000 Bus kann man ab 6 Uhr morgens in 20 min Intervallen ab Kangnam Bahnhof/Yangjae Bahnhof bis zum Paldalmun (Südtor der Hwaseong Festung) fahren und von dort in 5 – 10 Minuten zum Palast laufen.

Falls man mit dem Zug anreist, fahren die Busse Nr. 11, 13, 36 und 39 vom Suwon Bahnhof direkt an die Haltestelle am Palast (Jogno-3-way-Inters.).

Ausreichend Parkplätze gibt es neben dem Palast für KRW 2.000 pro 3 Stunden, danach KRW 200 pro 10 Minuten.