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Mireuksa (Tempel / Temple) Iksan

 

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Ungefähr 3 km auβerhalb des Provinzstädtchens Iksan befinden sich heute die Überreste eines der bedeutendsten buddhistischen Tempel aus der der ‘Sabi’ Periode des Königreich Baekje (Baekje Geschichte: 1 & 2).

Mireuksa Temple Site ViewMireuksa Temple Site View

Wie im Fall des ‘Tempels in Neungsan-ri’ und insbesondere des ‘Jeongnimsa’ Tempels in Buyeo sind auch hier im Mireuksa überwiegend nur Fundamente erhalten, wobei sich innerhalb des Geländes ebenfalls eine Steinpagode aus dem 6.Jahrhundert befindet. Diese und die beiden vorhandenen Teiche sind die auffälligsten Parallelen zum ‘Jeongnimsa’, der jedoch kleiner und in seiner Bauform einfacher gestaltet war.

Bezüglich der Pagode im Mireuksa gilt jedoch die Einschränkung, dass sie sich bei ihrer Entdeckung in einem sehr schlechten Zustand befand und derzeit nicht einmal besichtigt werden kann, weil sie für Renovierungs-arbeiten zerlegt und abgetragen wurde.

Mireuksa Pagoda Restoration HallMireuksa Pagoda Restoration Hall

Um bzw. über deren Standort wurde eine gewaltige Halle errichtet, innerhalb der man aber nur einige Fundamente und Schautafeln finden wird.

Mireuksa Pagoda Restoration Hall (inside)Mireuksa Pagoda Restoration Hall (inside)

Aus der neben der Halle provisorisch errichteten Restaurationswerkstatt ist kontinuierlich das Hämmern der Steinmetze zu hören, deren Arbeit an der Pagode Ende Mai 2017 abgeschlossen sein soll – falls es zu keinen weiteren Zeitverschiebungen kommt.

Bis dahin macht eine Besichtigung der Tempelanlage nur dann Sinn, wenn man sich gerade in der Umgebung von Iksan befindet und keine allzu groβen Erwartungen hat. Es sollte jedoch überlegt werden, ob ein Besuch des ‘Jimeongnimsa’ mit seiner sehr gut erhaltenen Pagode im (mit dem Auto) 50 km entfernten Buyeo sinnvoller ist, zumal es dort auch noch weitere Sehenswürdigkeiten im nahen Umkreis gibt.

Auch auch wenn der Mireuksa Tempel zumindest derzeit nicht unbedingt einen Besuch lohnt, ist es dennoch angemessen, ihm an dieser Stelle einige Zeilen zu widmen.

Geschichte

 

Laut dem ‘Samguk Yusa’, dem Buch der “Legenden der drei Königreiche” (nicht zu verwechseln mit dem ‘Samguk Sagi’, der “Chronik der Drei Königreiche”), soll der Bau des Mireuksa Tempels vom Baekje König Mu (600 – 641) initiert worden sein, der während einer gemeinsamen Reise mit seiner Königin ‘Seonwha’ drei aus einem Teich erscheinenden Mireuk Buddhas begegnete. Für sie lieβ er auf Drängen seiner Frau im Jahre 602 schlieβlich einen Tempel erbauen.

Eine im Tempelbereich gefundene goldene Schrifttafel berichtet dagegen, der Voschlag zum Bau kam von einer der Töchter der Königin im Jahre 639.

Nach dem Untergang des Baekje Reichs im Jahre 660 soll der Tempel auch später im ‘Vereinigten Silla Reich’ bis in die Joseon-Zeit um 1600, als der Buddhismus nur eine untergeordnete Rolle spielte, genutzt worden sein.

Dannach begann wohl sein Zerfall.

 

Die Pagode

 

Im Jahre 1910 waren nur noch Reste einer ursprünglich 9-stöckigen Steinpagode erhalten.

Mireuksa Pagoda 1910Mireuksa Pagoda 1910

Auβerdem fand man zwei für buddhistischen Tempel übliche Steinsockel zum Befestigen von Fahnenmasten…

…sowie unzählige Steinfragmente.

Mireuksa Stone FragmentsMireuksa Stone Fragments

Viel später wurden immer wieder Fundstücke wie z.B ein wertvolles vergoldetes Bronze-Räuchergefäβ ausgegraben.

Die Pagode wurde 1914 durch die Japanische Besatzungsverwaltung mit Hilfe von Beton gestützt und damit vor dem völligen Verfall bewahrt.

Sie ist heute nur im 6-stöckigen Zustand erhalten, gilt aber als die älteste und gröβte Steinpagode in Korea und als eine von nur zweien überhaupt aus der Baekje Zeit (zusammen mit ‘Jeongnimsa’).

Im Jahre 1999 wurde sie nochmals renoviert, 2001 begann man jedoch mit einer grundlegenden Restaurierung, was bedeutete, das in der Folge das Bauwerk Stück für Stück zerlegt werden musste.

Im Gegensatz zum ‘Jeongnimsa’ ist die Pagode im Mireuksa gröβer und wird nach oben hin zunehmend schmäler. Auβerdem hat sie im Sockelbereich auf jeder Seite einen Eingang und wird im inneren von einem zentralen Pfeiler gestützt. In diesem wurde im Januar 2009 während des Zerlegens der Pagode ein sogenannter ‘Sarira‘ Behälter entdeckt.

Mireuksa Sari ContainerMireuksa Sari Container

Im gleichen Bereich befanden sich auβerdem insgesamt 9.700 weitere Relikte, darunter vergoldete Ringe, Jade-Artefakte und eine aus Gold bestehende, 155 x 105mm groβe Platte (‘Bongangi’) mit chinesischer Inschrift, die Informationen zur Errichtung des Tempels und zum Leben in Baekje lieferte.

Mireuksa East Pagoda (100% copy) with old Stone Fragments in frontMireuksa East Pagoda (100% copy) with old Stone Fragments in front

‘Mireuksaji Relics Exhibition Museum’

 

Um zumindest einen Eindruck von der einstigen Gröβe und Pracht des Tempels bekommen zu können, sollte man die Ausstellung im ‘Mireuksaji Relics Exhibition Museum’ besuchen, das sich am westlichen Rand des Geländes befindet.

Modelle zeigen, dass der Mireuksa nicht nur gröβer als die beiden Tempel in Buyeo und Nungsan-ri war, sondern auch komplexer in seiner Bauweise.

Mireuksa Temple ModelMireuksa Temple Model

Alte Photos dokumentieren die Entdeckung des Tempels und seine Restauration, in Graphiken und Schautafeln werden Bauweise und Bautechniken erläutert.

Die Fundstücke aus dem Stützpfeiler der Pagode sucht man derzeit leider noch vergebens, ihre Austellung ist aber – leider ohne ein Datum oder Jahr zu nennen – bereits angekündigt. Unter anderem soll dann auch die goldene Schriftplatte, der Behälter für die ‘Sarira‘ sowie 9.600 weitere Stücke zu sehen sein.

 

Öffnungszeiten & Anreise

 

Mireuksa MapMireuksa Map

Der Tempelbereich sowie das Museum sind bei freiem Eintritt ganzjährig an Wochentagen, Feiertagen sowie am Wochenende mit Ausnahme Montags und am 1. Januar jeweils von 9 – 18Uhr geöffnet.

Parkplätze sind ebenfalls kostenlos und in ausreichender Zahl vorhanden.

Wer einen englischsprachigen Führer möchte, sollte am Informationsstand zwischen Parkplatz und Tempeleingang fragen.

Von Iksan (Iksan Station/Bahnhof oder Geumma Haltestelle) aus erreicht man den Tempel mit den Linien #41 und #60.

Mireuksa Bus LinesMireuksa Bus Lines