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Shinwonsa (Tempel / Temple) Gongju

 

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Was macht die Faszination eines koreanischen Buddhistentempels in den Augen eines westlichen Christen aus? Ist es die Atmosphäre der Ruhe und Abgeschiedenheit? Oder der Einklang mit der Natur? Vielleicht auch philosophische oder geschichtliche Aspekte? …

Ich kann von mir behaupten, in den letzten 17 Jahren schon sehr viele berühmte und weniger berühmte Tempel in Korea besichtigt zu haben. Und egal, ob diese abgelegen in malerischen Bergen oder mitten in einer Groβstadt lagen: mich faszinierte vor allem immer wieder die Atmosphäre und das Gefühl, das gerade hier die Zeit stehen zu bleiben scheint.

Shinwonsa_WallDer Gedanke, dass die Mönche hier ohne die Gaben moderner Zivilisation leben, ist natürlich eine Illusion. Und auch wenn der Tourismus nicht unerheblich zum Einkommen beiträgt, darf man nicht immer erwarten, dass hier Geschichte mit allen Mitteln konserviert wird. Tempel bleiben in erster Linie immer Wohn-, Meditations- und Gebetsorte für Mönche sowie Anlaufstelle für Gläubige, was natürlich nicht ausschlieβt, dass einige oder viele dem subjektiven “Idealbild” der Touristen doch relativ nahe kommen können.

Wer sich bei seinem Besuch nicht von ‘unwesentlichen’ Dingen ablenken lässt und vor allem auf Details achtet, wird fast immer etwas von dem entdecken, was er evtl. zu sehen oder zu empfinden hofft.

Ein Beispiel dafür ist aus meiner SIcht der ‘Shinwonsa’ Tempel, an den ich nach meinem letzten Besuch vor mehr als 10 Jahren eigentlich positive Erinnerungen hatte.

Main GateMain Gate

Als ich diesmal jedoch das Eingangstors durchschritt, kam erst einmal Entäuschung auf: parkende Autos neben Neubauten sowie Spuren von Bautätigkeit – von schöner Tempel-Atmosphäre keine Spur!

Ungefähr 50m weiter sah ich aber endlich das, was den Shinwonsa von vielen anderen Tempeln unterscheidet:

Temple YardTemple Yard

…der relativ groβe Hof vor dem Hauptgebäude besteht nämlich aus einer von Büschen und Bäumen umsäumten Rasenfläche, was dem Tempel in meinen Augen eine besonders natürliche Atmosphäre verleiht.

Main HallMain Hall

Im Zentrum dieses ‘Gartens’ befindet sich eine kleine Pagode, um den Platz sind die Haupthalle, die Unterkünfte der Mönche, eine Glocke…

BellBell

…sowie der obligatorische Frischwasserbrunnen angeordnet.

FountainFountain

Wie immer in den buddhistischen Tempeln Koreas gibt es auch hier etwas abseits hinter der Haupthalle versteckt einen kleinen schamanistischen Schrein.

Shinwonsa - Shamanist ShrineShinwonsa – Shamanist Shrine

Eine weitere Steinpagode aus der Goryeo Zeit (918 – 1392), die im oberen Bereich leider etwas beschädigt ist,…

Shinwonsa_Shamanistic_Goryeo_Pagoda…steht in der Nähe des schrein-ähnlichen ‘Jungakdan’ im östlichen Tempelbereich,…

JungakdanJungakdan

…der übrigens als einziger verbliebene Altar in Korea einem Berggeist gewidmet ist.

Ursprünglich gab es hier sogar drei Altäre, an denen seit 1394 Zeremonien zu Ehren des Geistes vom Gyeryong-Berg durchgeführt und die schlieβlich 1651 alle beseitigt wurden. Erst 1879 lies Kaiserin ‘Myeongseong’ einen der Altäre an dieser Stelle wiedererrichten.

Jungakdan - AltarJungakdan – Altar

Seit 1998 werden hier wieder die Zeremonien im April während des ‘Gyeryongsan Berggeist Festivals’ mit buddhistischer, konfuzianistischer und schamanistischer Beteiligung durchgeführt.

Obwohl der Shinwonsa bereits im Jahre 651 während der Baekje Herrschaft errichtet worden war und auf eine lange Geschichte mit allerdings mehreren Umbauten und Erneuerungen zurückblicken kann, zählt er nicht zu den besonderen Touristenattraktionen.

Shinwonsa - Information BoardShinwonsa – Information Board

Als Teil des ‘Gyeryongsan Nationalparks’ ist er natürlich beliebter Anlaufpunkt für Wanderer und Ausflugsziel für Besucher aus den nahgelegenen Städten Gongju und Daejeon.

Gyeryongsan National ParkGyeryongsan National Park

Von Seoul aus lohnt sich ein Besuch aber nur in Kombination mit anderen Attraktionen der Umgebung wie z.B. dem ‘Gapsa’ Tempel.

Wer aber eine besondere Tempelatmosphäre schätzt, wird vielleicht an einem ruhigen Frühlings- oder Sommerabend Muse zum Verweilen im Tempelhof finden.

 

Eintritt

 

Ticketpreis:                      KRW 2.000

Lage und Anfahrt

 

Die Anfahrt von Gonju mit dem Bus ist leider etwas kompliziert, da man mindestens einmal umsteigen muss und die dazu nötige Haltestelle bei mangelnden Koreanisch-Kenntnissen evtl. verpassen kann.

Folgende Busbeschreibung aus einem Zeitungsartikel des Korea Herald verdeutlicht das:

Bus No. 107 travels from Daejeon Station to Donghaksa Temple, stopping at the Yuseong Intercity Bus Terminal and at Exit No. 3 of Hyeonchungwon Station. To reach Gapsa Temple from Yuseong District Office, take bus No. 104 and transfer to No. 342. From the city of Gongju, take bus No. 100 from Gongju High School and switch to No. 320 after five stops. For Shinwonsa Temple, transfer at the same stop to No. 310.

Es empfiehlt sich also die Anreise mit dem Auto. Das Parken vor der gesperrten Zufahrt zum Tempel (ca. 5 Minuten zu Fuβ bis zum Tempel) ist kostenlos.